Rosa Cowboys, glitzerlila Cancan und ganz viel Helau – die Rosa Sitzungen des WCV begeistern erneut

Rosa Cowboys, glitzerlila Cancan und ganz viel Helau – die Rosa Sitzungen des WCV begeistern erneutWächtersbach. Am 16. und 17. Januar erstrahlte die Heinrich-Heldmann-Halle wieder in den schillerndsten Rosa-, Lila- und Pinktönen: Der 1. Wächtersbacher Carneval Verein hatte – allen voran Sitzungspräsidentin Martha Pfahl – zu den mittlerweile weit über den Main-Kinzig-Kreis hinaus bekannten Rosa Sitzungen geladen.

Das diesjährige Motto „Der Wilde Westen ruft Helau und freut sich auf den WCV“ ließ sich dabei erstaunlich gut mit der Rosa Sitzung kombinieren. Das Ergebnis: ein Saal voller rosaroter Cowboyhüte, Glitzer, Fransen und wilder West-Accessoires.

Die Stimmung war an beiden Abenden bereits vor Beginn auf rekordverdächtigem Niveau und erreichte mit der Begrüßung durch Martha Pfahl gleich den nächsten Höhepunkt. In ihrem neuen, atemberaubenden glitzerlila Cancan-Kleid zog sie alle Blicke auf sich und bewies einmal mehr: Rosa Sitzung ohne Martha ist möglich, aber sinnlos.

Nach einem grandiosen Auftritt der WCV-Garde – deren Beine Martha Pfahl traditionsgemäß jedes Jahr aufs Neue bewunderte – entführte Kabarettist Malte Anders das Publikum auf eine nostalgische Reise in die 90er Jahre. Eine Zeit, in der Diddl-Maus-Blöcke gehütet wurden wie Goldbarren und Babys bevorzugt von Anne Geddes fotografiert wurden. Für Malte Anders kein Wunder, dass aus diesen Babys die Millennials wurden, die heute kurz davorstehen, die Weltherrschaft zu übernehmen. Seine herrlich schräge Hommage an ein Jahrzehnt voller Irrsinn, Plastik, Impfungen und DJ Bobo gipfelte in der Beichte, seiner Tochter kurzerhand eine Nussallergie „angedichtet“ zu haben – nur damit sie im Kindergarten nicht zur Randgruppe gehört. Spätestens bei der veganen und allergiefreien Version von „In der Weihnachtsbäckerei“ sang der ganze Saal textsicher mit. Wer kennt diese Herausforderung schließlich nicht?

Die SchickyMickeys nahmen das Publikum mit auf ihre kreative Suche nach der perfekten Fastnachtsnummer, während Oma Cilly alias Cilly Alperscheid aus dem Saarland die Herzen im Sturm eroberte. Endlich hatte sie Zeit, nach Wächtersbach zu kommen – allerdings nicht, ohne zuvor dem neuen Freund ihrer Enkelin, Fernando aus Peru, erst einmal ausführlich zu erklären, was Fasching, Fastnacht oder Karneval eigentlich ist. Ihre Beobachtungen über Männer und Frauen auf Wochenendtrips sorgten für schallendes Gelächter und viele zustimmende Blicke im Saal.

Das WCV-Männerballett brachte mit seiner Wildwest-Show die Halle endgültig zum Beben. Spätestens als den am Marterpfahl Gefesselten ihr letzter Wunsch erfüllt wurde – der legendäre „Superperforator-Tanz“ – hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Der Spaß war nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne deutlich zu sehen.

Nach einer ausgelassenen Schunkelrunde mit der neuen Sitzungsband „Die Fischbörner Buben“ entdeckte Martha Pfahl einen alten Bekannten im Publikum: Landrat Thorsten Stolz. Kurzerhand wurde er auf die Bühne zitiert, denn Martha wollte unbedingt eine nächtliche Begebenheit aus der Vergangenheit mit allen teilen – selbstverständlich musikalisch. Das Ständchen „Bring mich nach Hause Thorsten Stolz“ nahm der Landrat mit Humor. Wer Martha besucht, weiß schließlich, worauf er sich einlässt.

Die Dreamdancer als „Cellblock Rebels“ sorgten mit ihrem Gefängnisausbruch für Begeisterung, bevor Trude Trash mit einer Polonaise den gesamten Saal in Bewegung brachte. Die Turedancer aus Zellingen – eines der besten Männerballetts Deutschlands – entführten das Publikum mit ihrem Nussknackertanz noch einmal zurück in die Weihnachtszeit: Der Nussknacker wurde repariert, getanzt und am Ende die Nuss natürlich geknackt.

Dass man auch solo Bühne und Publikum erobern kann, bewies einmal mehr das „Tanzmarcelchen“, das bereits seit der ersten Rosa Sitzung 2015 fester Bestandteil des Programms ist. Die Happy Hüppos aus Bimbach präsentierten sich als tanzende Mönche, die nach langen Nächten voller Gerstensaft, gebrochener Federn und leerer Tintenfässer endlich den großen Durchbruch im Kloster schafften – mit der Erfindung des Hüppodruckverfahrens.

Am Samstag reihten sich mit den FreakyPins und den Meddeler Fegern weitere hochkarätige Männerballette ein, die sicherlich nicht zum letzten Mal auf der rosaroten Bühne von Martha Pfahl standen. Selbstverständlich durfte auch die eigene WCV-Showtanzgruppe JoyMotion nicht fehlen. Mit ihrem Tanz erzählten sie die mitreißende Geschichte einer wilden Cowgirl-Gang, eines fehlgeleiteten Schusses und eines alles verzehrenden Feuers – energiegeladen, emotional und beeindruckend choreografiert.

Genauso fulminant wie das Programm war auch das Finale der diesjährigen Rosa Sitzungen: Das Publikum feierte noch bis in die frühen Morgenstunden – rosa, glücklich und ein wenig cowboymäßig erschöpft.

Auch wenn die Rosa Sitzungen vorbei sind, ist das noch nicht das Ende der diesjährigen WCV-Campagne. Für den 2. Lachsalon am 31.01. gibt es Karten unter www.wcv.info oder mittwochs und freitags von 20 – 21 Uhr im WCV-Casino. Und eins ist sicher – der WCV-Lachsalon steht der Rosa Sitzung des WCV in nichts nach.