Wächtersbach. Am 16. und 17. Januar erstrahlte die Heinrich-Heldmann-Halle wieder in den schillerndsten Rosa-, Lila- und Pinktönen: Der 1. Wächtersbacher Carneval Verein hatte – allen voran Sitzungspräsidentin Martha Pfahl – zu den mittlerweile weit über den Main-Kinzig-Kreis hinaus bekannten Rosa Sitzungen geladen.
Das diesjährige Motto „Der Wilde Westen ruft Helau und freut sich auf den WCV“ ließ sich dabei erstaunlich gut mit der Rosa Sitzung kombinieren. Das Ergebnis: ein Saal voller rosaroter Cowboyhüte, Glitzer, Fransen und wilder West-Accessoires.
Die Stimmung war an beiden Abenden bereits vor Beginn auf rekordverdächtigem Niveau und erreichte mit der Begrüßung durch Martha Pfahl gleich den nächsten Höhepunkt. In ihrem neuen, atemberaubenden glitzerlila Cancan-Kleid zog sie alle Blicke auf sich und bewies einmal mehr: Rosa Sitzung ohne Martha ist möglich, aber sinnlos.
Nach einem grandiosen Auftritt der WCV-Garde – deren Beine Martha Pfahl traditionsgemäß jedes Jahr aufs Neue bewunderte – entführte Kabarettist Malte Anders das Publikum auf eine nostalgische Reise in die 90er Jahre. Eine Zeit, in der Diddl-Maus-Blöcke gehütet wurden wie Goldbarren und Babys bevorzugt von Anne Geddes fotografiert wurden. Für Malte Anders kein Wunder, dass aus diesen Babys die Millennials wurden, die heute kurz davorstehen, die Weltherrschaft zu übernehmen. Seine herrlich schräge Hommage an ein Jahrzehnt voller Irrsinn, Plastik, Impfungen und DJ Bobo gipfelte in der Beichte, seiner Tochter kurzerhand eine Nussallergie „angedichtet“ zu haben – nur damit sie im Kindergarten nicht zur Randgruppe gehört. Spätestens bei der veganen und allergiefreien Version von „In der Weihnachtsbäckerei“ sang der ganze Saal textsicher mit. Wer kennt diese Herausforderung schließlich nicht?
Die SchickyMickeys nahmen das Publikum mit auf ihre kreative Suche nach der perfekten Fastnachtsnummer, während Oma Cilly alias Cilly Alperscheid aus dem Saarland die Herzen im Sturm eroberte. Endlich hatte sie Zeit, nach Wächtersbach zu kommen – allerdings nicht, ohne zuvor dem neuen Freund ihrer Enkelin, Fernando aus Peru, erst einmal ausführlich zu erklären, was Fasching, Fastnacht oder Karneval eigentlich ist. Ihre Beobachtungen über Männer und Frauen auf Wochenendtrips sorgten für schallendes Gelächter und viele zustimmende Blicke im Saal.
Das WCV-Männerballett brachte mit seiner Wildwest-Show die Halle endgültig zum Beben. Spätestens als den am Marterpfahl Gefesselten ihr letzter Wunsch erfüllt wurde – der legendäre „Superperforator-Tanz“ – hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Der Spaß war nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne deutlich zu sehen.
Nach einer ausgelassenen Schunkelrunde mit der neuen Sitzungsband „Die Fischbörner Buben“ entdeckte Martha Pfahl einen alten Bekannten im Publikum: Landrat Thorsten Stolz. Kurzerhand wurde er auf die Bühne zitiert, denn Martha wollte unbedingt eine nächtliche Begebenheit aus der Vergangenheit mit allen teilen – selbstverständlich musikalisch. Das Ständchen „Bring mich nach Hause Thorsten Stolz“ nahm der Landrat mit Humor. Wer Martha besucht, weiß schließlich, worauf er sich einlässt.
Die Dreamdancer als „Cellblock Rebels“ sorgten mit ihrem Gefängnisausbruch für Begeisterung, bevor Trude Trash mit einer Polonaise den gesamten Saal in Bewegung brachte. Die Turedancer aus Zellingen – eines der besten Männerballetts Deutschlands – entführten das Publikum mit ihrem Nussknackertanz noch einmal zurück in die Weihnachtszeit: Der Nussknacker wurde repariert, getanzt und am Ende die Nuss natürlich geknackt.
Dass man auch solo Bühne und Publikum erobern kann, bewies einmal mehr das „Tanzmarcelchen“, das bereits seit der ersten Rosa Sitzung 2015 fester Bestandteil des Programms ist. Die Happy Hüppos aus Bimbach präsentierten sich als tanzende Mönche, die nach langen Nächten voller Gerstensaft, gebrochener Federn und leerer Tintenfässer endlich den großen Durchbruch im Kloster schafften – mit der Erfindung des Hüppodruckverfahrens.
Am Samstag reihten sich mit den FreakyPins und den Meddeler Fegern weitere hochkarätige Männerballette ein, die sicherlich nicht zum letzten Mal auf der rosaroten Bühne von Martha Pfahl standen. Selbstverständlich durfte auch die eigene WCV-Showtanzgruppe JoyMotion nicht fehlen. Mit ihrem Tanz erzählten sie die mitreißende Geschichte einer wilden Cowgirl-Gang, eines fehlgeleiteten Schusses und eines alles verzehrenden Feuers – energiegeladen, emotional und beeindruckend choreografiert.
Genauso fulminant wie das Programm war auch das Finale der diesjährigen Rosa Sitzungen: Das Publikum feierte noch bis in die frühen Morgenstunden – rosa, glücklich und ein wenig cowboymäßig erschöpft.
Auch wenn die Rosa Sitzungen vorbei sind, ist das noch nicht das Ende der diesjährigen WCV-Campagne. Für den 2. Lachsalon am 31.01. gibt es Karten unter www.wcv.info oder mittwochs und freitags von 20 – 21 Uhr im WCV-Casino. Und eins ist sicher – der WCV-Lachsalon steht der Rosa Sitzung des WCV in nichts nach.
Wächtersbach. Trotz winterlicher Straßenbedingungen konnte Heinz Schauberger, der Erste Vorsitzende des OGV Wächtersbach, über 20 interessierte Gartenfreunde aus vielen Teilen des Main-Kinzig-Kreises im Casino des Wächtersbacher Carnevalvereins (WCV) begrüßen. Besonders schön war, dass auch Mitglieder befreundeter OGV´en aus Brachttal, Biebergemünd-Lanzingen und Neuenhaßlau teilnahmen.
Den interessanten Vortrag hielt der Zweite Vorsitzende und Fachwart des OGV Wächtersbach Hartmut Schwarz.
Zuerst wurden wesentliche Gründe für den Erhalt der alten Obstsorten angesprochen. Durch den massiven Rückgang der Streuobstwiesenflächen verschwinden immer mehr alte regionale Obstsorten. Die alten Sorten sind gesünder, sie enthalten mehr Vitamin C und mehr Pflanzenstoffe. Sie bieten eine breite Palette an einzigartigen Geschmacksrichtungen.
Es gibt aber auch individuelle Gründe. Man hat auf seinem Grundstück einen alten charakterstarken Obstbaum und möchte gern die Sorte rechtzeitig erhalten. Vielleicht ist der Baum auch nur zu groß geworden. Ihr Nachbar oder Bekannter hat eine tolle Obstsorte bei sich im Garten, welche man auch gerne hätte.
In all diesen Fällen kann man mit einer passenden Unterlage (Wurzel) und einem Edelreis der gewünschten Obstsorte einen neuen Baum kreieren.
Mit der jeweiligen Unterlage entscheidet man, ob es ein schwach-, mittel und stark wachsender Obstbaum werden soll.
Die Edelreiser der Wunschsorte müssen jetzt geschnitten und bis März zum Veredeln entsprechend gelagert werden.
Am 28. März werden dann die „Wunschbäume“ aus den bestellten Wurzelunterlagen und den selbst eingelagerten Edelreisern im Vereinslehrgarten in der Brunnenstraße in Wächtersbach zusammengesetzt. Ziel ist hier, dass die Teilnehmer „ihren“ Baum selbst veredeln. Dabei werden sie durch die Fachwarte des OGV fachlich unterstützt.
Nach dem Vortrag und anschließender Diskussion bestand die Möglichkeit 14 Apfelsorten unter Anleitung von Hartmut Handke zu verkosten, was gerne angenommen wurde.
Der OGV bedankt sich beim WCV für die Unterstützung der Veranstaltung ganz herzlich.
Erstmalig an einem Samstag veranstalteten die Brachttaler Museumsleute und die Spielberger Landfrauen eine Adventsveranstaltung rund um das historische Schulgebäude in Spielberg, in dem das Brachttal Museum untergebracht ist.
Der Illuminator Fabian Volz (Special Defects) hatte das Brachttal Museum in Spielberg wieder einmal in bunte Farben getaucht und damit den zahlreichen BesucherInnen und Gästen ein Lichtspektakel der besonderen Art geboten. Über 30 Scheinwerfer und Strahler erzeugten eine einzigartige Weihnachtsstimmung.
Bio Glühwein, regionale Wurstspezialitäten, exklusive Teesorten, Met oder leckere Waffeln ließen keine Wünsche offen. Auch das Brachttal Museum zeigte alle seine Ausstellungen. Die Museumsbeleuchtung, die schon seit langem nicht nur für Insider ein besonderer Leckerbissen ist, entwickelt sich seit Jahren immer mehr zu einer Veranstaltung, die weit über die Grenzen von Brachttal hinaus beachtet und geschätzt wird.
Ein Besucher war sogar eigens zu diesem Ereignis aus Berlin angereist. Nicht nur die Vereinsvorsitzenden des Museums- und Geschichtsvereins Brachttal e.V. Erich Neidhardt und Ulrich Berting zeigten sich mit dieser Entwicklung sehr zufrieden. Auch der Spielberger Ortsvorsteher Heiko Wies freute sich mit allen Beteiligten über einen gelungenen Nachmittag und abwechslungsreichen Abend. „Das großartige Engagement der Spielberger Landfrauen und des Museumsvereins hat uns heute wieder einen besonderen Adventsabend beschert. Ich danke dafür allen Beteiligten und freue mich schon heute auf eine Wiederholung im kommenden Jahr“, resümierte er am Schluss der Veranstaltung, die gegen 22 Uhr endete,
Ausstellung „Formenspiel und Farbenrausch“ wird am 25.01.2026 im Kulturzentrum Zons eröffnet
Nach über 100 Jahren werden erstmals wieder die Arbeiten des Schlierbacher Jugendstil Designers Christian Neureuther
im Rheinland gezeigt. Zuletzt war Neureuther 1914 bei der Werkbund Ausstellung in Köln vertreten und jetzt präsentiert das
Kreismuseum in Zons (Rhein Kreis Neuss) in der Ausstellung „Formenspiel und Farbenrausch - Christian Neureuther und der
Wächtersbacher Jugendstil“ in der Zeit vom 25.01.26 bis 26.04.26 etwa 200 Keramiken des Künstlers. Die Sammler Ulrich
Berting (Brachttal) und Dr. Jörg Eisert (München) hatten die Idee zu dieser Ausstellung und konnten die Museumsleitung schnell
von einer neuen Schau zu Christian Neureuther überzeugen. In der Folge zu der viel beachteten Christian Neureuther Ausstellung
im Brachttal Museum und der umfassenden, 436 Seiten starken, Künstlermonografie zu diesem wichtigen Keramikkünstler des Jugendstils,
war dies nicht besonders schwierig und so wanderten Anfang des Jahres etwa 200 Exponate der beiden Sammler zur Ausstellung
nach Nordrhein-Westfalen.
Neureuther hatte im Jahre 1901 in der Wächtersbacher Steingutfabrik, Schlierbach das „Keramische Atelier Christian Neureuther „K.A.W. C.N“
gegründet und bis zu seinem Tod im Jahre 1921 erfolgreich geleitet. Begonnen hatte alles mit der erfolgreichen Umsetzung der Entwürfe von
Joseph Maria Olbrich und Hans Christiansen für die Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ auf der Mathildenhöhe in Darmstadt im
Jahre 1901. Die damals in der Schlierbacher Fabrik hergestellten Vasen und Dosen genießen bis heute viel Aufmerksamkeit. Aber auch die
Arbeiten der Kunstabteilung, wie sie jetzt in Zons gezeigt werden, erfreuten sich schon in ihrer Entstehungszeit größter Beachtung. Neureuther
war mit seinen keramischen Kunstwerken schon 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis vertreten und auch in Leipzig, Fulda und Kassel wurden
seine Arbeiten gezeigt, gewürdigt und mit Medaillen ausgezeichnet (z.B. Goldene Medaillen Fulda, Kassel, St. Louis).1911 nahm er an einer Wanderausstellung
durch die Vereinigten Staaten teil. Auch auf der Werkbundausstellung 1914 in Köln war die zeitgenössische Fachpresse voll des Lobes.
„...Besonders seine reizvollen Craquele´-Techniken wirken stets von neuem wieder fesselnd auf Laien wie Fachleute. Auch die Arbeiten in Matt-,
Lauf- und Lüsterglasuren sind hervorzuheben. Einige Figürchen mit lebhafter Unterglasurmalerei, Modelle der Höhrer Fachschülerin Annie Offterdinger
wollen wir nicht unerwähnt lassen. Eine große Anzahl der Neureuther´schen Originalarbeiten wurden rasch für Museen und Schulen angekauft,
ein Beweis dafür, wie hoch die Arbeiten dieses bekannten Kunstkeramikers in berufenen Kreisen geschätzt werden... „, schreibt die Fachzeitschrift
„Sprechsaal“ in ihrer Ausgabe 46 vom 12.11.1914.
Die Ausstellung in Zons wird am Sonntag, dem 25.Januar von der Museumsleiterin Anna Karina Hahn M.A. und der Kuratorin Pauline Lüneburger-Guimares M.A. eröffnet.
Dabei wird Ulrich Berting mit Dr. Jörg Eisert einen Vortrag „Über das Sammeln“ halten. Für die musikalische Begleitung sorgt Moritz Zimmermann (Gitarre).
Zum Rahmenprogramm gehören u.a. eine Taschenlampenführung für Familien (Samstag, 31.01.2926, 16:30 Uhr), eine Führung „Frauen führen Frauen“,
die in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragen des Rhein-Kreises -Neuss konzipiert wurde (Mittwoch, 11.02.26), ein SammlerInnen- und Sammlertreffen
für Fliesen und Keramiken des Jugendstils in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V. (Samstag, 14.03.26).
An diesem Tag geben Ulrich Berting und Dr. Jörg Eisert bei einer Führung auch einen persönlichen Einblick in die Hintergründe ihrer Sammlungen.
Ulrich Berting wird am 16.04.2026 in einem Vortrag über Christian Neureuther und seine kunsthistorische Relevanz referieren. Im Anschluss daran bietet das Museum
Zons hessische Spezialitäten zum Verzehr an.
Bei allen Veranstaltungen ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich unter
Weitere Führungen für Gruppen oder Schulklassen sind unter KreisMuseum Zons, Schloßstraße 1, 41541 Dormagen-Zons sowie telefonisch buchbar.
Bad Orb (...). Austropop und österreichische Volksmusik: Zwei Abende, prall gefüllt mit Kulinarik und Musik, bestimmen den Jahresauftakt der Kerzenscheinkonzerte in der Bad Orber Konzerthalle. „Koi Limit“, das Trio mit Ralph an der Steirischen Harmonika, Baschi an der Gitarre und Nici am Bariton, präsentiert zwei „Steirische Abende“ in Folge. Das heisst: „Hörgenuss hautnah“, wie es das Motto der Veranstaltungsreihe ist. Bedeutet: Volkstümliche Musik, an der nicht nur die Gäste, sondern erkennbar auch Gastgeber Danyel Monego, Caterer und Veranstalter von der WunderBAR Eventgastronomie, ihren Spaß haben. Die Kombination aus Volksmusik mit ihren eher traditionellen Themen und der Pop-und Rockmusik mit österreichischem Dialekt kommt an beiden Abenden im ausverkauften Foyer bestens an: Da wird geklatscht und geschunkelt, gegrölt und gepfiffen, selbst getanzt. Und das, obwohl die Band überhaupt nicht aus Österreich kommt, sondern ihre Heimat „in der Nähe von Graz, südlich von Stuttgart“ hat.
Anders als Monego selbst, dessen österreichische Wurzeln („I bin a hoiber Steirer. Steirer san von kerniger Natur.“) an den beiden Abenden mehrfach zum Thema werden: Da ist zum einen Vater Franz, der sich unter die Gästeschar mischt und damit den Prozentsatz der österreichischen Gäste am Samstag um 100 Prozent erhöht. Mehr sind es am Freitag, an dem zumindest zwei Grazer Gäste mit dabei sind, die nicht nur die Band, sondern auch die Auftritte des Gastgebers feiern, der mit Fendrichs „I am from Austria“ und „Steirermen san very good“ (Stoakogler) abräumt. Keine Viertelstunde ist vergangen, schon sind die ersten Gäste am Mitsingen, Klatschen, Feiern. „Der könnt des heut auch machen“, sind sich deshalb die drei Musiker von „Koi Limit“ einig, als sie schließlich die Bühne entern. Monego allerdings muss ablehnen, sowohl als Moderator als auch als Fahrer. Er hat genug zu tun, Kasnocken, Kaspressknödel und Steirische Brettljausen mit seinem Team vorzubereiten, Grüne Veltiner und Moric22 zu reichen, Stamperl einzugießen.
„Voll drauf los“, mit dieser fetzigen Polka für die steirische Harmonika, geht es mit dem zweieinhalbstündigen Programm, das die drei charmanten Musiker mit Hingabe und Humor zelebrieren. Sie versprechen schon eingangs in schwäbischem Zungenschlag: „Bei uns ist jeder Ton live, wir könnten auch ohne Anlage spielen.“ Ein Programm, das sich auszahlt: Das Trio kann in seinem Portfolio auch auf Engagements im Ausland bis zum Oktoberfest London, Oktoberfest Blumenau in Brasilien und dem Indian Wine Festival in Mumbai vorweisen. Zweifelhaft allerdings, ob sie dort auf so viele textsichere Gäste stoßen, wie am zurückliegenden Wochenende in der Bad Orber Konzerthalle: „Grüne Tannen“ von den Schürzenjägern, „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“, das „Kufsteinlied“ und „Nix Amore“: Wer die Texte nicht komplett auswendig kann – und das sind die Wenigsten -, findet auf den Tischen ein paar ausgedruckte Texte vor. In der Pause gibt es Alpenländisches von STS und Ambros aus der Konserve, was zu dem Gefühl beiträgt, das eine Besucherin trefflich auf den Punkt bringt: „Ich komme mir vor wie im Urlaub.“ Ein Gefühl, das sich beim „Alphorn-Zauber“, mit dem der zweite Programmteil von Nici unter großem Publikumsjubel eingeleitet wird, verstärkt haben dürfte.
Als Reminiszenz an die Faschingszeit könnten die leicht zotigen Scherze verstanden werden, die Schwiegermüttern, Genitalien und Beziehungen gewidmet sind. Auf die Lachnerven zielen auch das „Pfurzlied“ mit „Nici am Solo-Pfurz“ (auch als Bariton bekannt) und das Lied zu Annemaries fünf Söhnen. „Auf und nieder“ geht es zwischendurch, das „Prosit der Gemütlichkeit“ erklingt ein halbes Dutzend Male, „Du entschuldige“ tönt aus Dutzenden Kehlen, „Die Fischerin vom Bodensee“ aus noch mehr. Dass die Musiker nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch den Kontakt zum Publikum wahren: Nicht nur daran erkennbar, dass Wally zum Dank für ihren Besuch an beiden Abenden eine CD „Faschd Live“ mit Unterschriften und Herzchen überreicht bekommt. Charmant und augenzwinkernd, wie das Publikum das Trio im Laufe der beiden Abende zu schätzen lernt. Dass für die drei Männer, die seit 2008 gemeinsam als „Koi Limit“ auf der Bühne stehen, der Spaß am Musizieren immer noch im Vordergrund steht, merken die Gäste auch daran, wie spontan weitere Musiker ins Programm eingebunden werden: Da erklingt „Peters Pausen-Polka“, zu der Peter Schweigert – ebenfalls Musiker und in Monegos Team aktiv – mit sein „Zwei-Löffel-Instrument“ auf die Bühne geholt wird.
Und natürlich am Schluss, zu dem auch der Gastgeber und erneut Peter Schweigert mit auf der Bühne stehen: Bei „Sierra Madre“ geht es beim entzückten Publikum nicht mehr um die Schönheit des Gesangs, sondern um die Hingabe: Lautstark wird mitgesungen, die Plastikkerzen vom Tisch werden geschwenkt, es gibt stürmischen Applaus. Und ein Versprechen von Monego: „Es war nicht das letzte Mal.“ Oder wie es in „Die Sterne am Himmel“ heisst: „Drum sag „auf Wiedersehen“, und bitte nicht „lebwohl“.“
Biebergemünd/Regensburg (…). 65 Pakete. 65 Weihnachtsüberraschungen für Menschen in einem von einem sinnlosen Krieg gebeutelten Land. Das ist das Biebergemünder Resultat eines Spendenaufrufs, den Karl-Ulrich Kreiss gemeinsam mit dem Team der Kleiderkammer Biebergemünd und in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein Space-Eye (Regensburg) und den Johannitern im Oktober gestartet hat.
Es war für die Verantwortlichen der „Kleiderkammer mit Herz“ schon eine Herausforderung, die mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs gefüllten Pakete in den Räumlichkeiten der ehemaligen Metzgerei Bohnhardt unterzubringen. Doch mit Engagement und Empathie lösten die Verantwortlichen auch diese Aufgabe mit Bravour.
Diese Mühe ist den Verantwortlichen hoch anzurechnen, hatten sie doch im November ohnehin schon mit ihrem zehnjährigen Bestehen und den damit verbundenen Feierlichkeiten genug um die Ohren – von den alltäglichen Aufgaben einmal abgesehen. Aber die zusätzliche Mühe wurde mit Elan angegangen – und es gab regelrecht emotionale Momente bei der Spendenübergabe.
So kamen aus Gelnhausen-Höchst rund 30 Vorschulkinder des Kindergartens an einem Vormittag mit dem Bus zur Kleiderkammer, um vier hübsch verpackte Pakete vorbeizubringen. Sie hatten im Kindergarten über das Thema „Teilen“ gesprochen und waren sich einig, dass auch die Kinder und Erwachsenen in der Ukraine eine Weihnachtsüberraschung haben sollten. „Da sind mir vor Rührung fast die Tränen gekommen“, berichtet Karl-Ulrich Kreiss, der zudem mit seinem Fahrzeug Pakete bei den Spendern einsammelte, die die schweren Päckchen nicht selbst vorbeibringen konnten.
„Wir alle freuen uns über das tolle Ergebnis und danken allen Spendern für Ihre Unterstützung“, so das Team der Kleiderkammer, die am zurückliegenden Samstag die gesammelten Spenden an den Verein Space-Eye übergeben konnten. Am kommenden Freitag, 19. Dezember, werden die Pakete gemeinsam mit Generatoren und anderen Hilfsgütern per LKW nach Odessa gebracht. Von dort aus werden sie nach Nikopol, Cherson, Mykolajiw, Odessa und in kleinere Orte in diesen Regionen gebracht – pünktlich zu Weihnachten. Mit eingepackt: Die Hoffnung, dass dieser Krieg bald ein Ende finden möge...
Wächtersbach. Der Verkehrs- und Gewerbeverein Wächtersbach e.V. hat in diesem Jahr erstmals statt eines Neujahrsempfangs ein Unternehmerfrühstück im Café Tallys organisiert. Helen Seeber, Erste Vorsitzende des VGV, eröffnete die Veranstaltung und hieß alle Anwesenden herzlich willkommen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bei einem Glas Sekt starteten die Teilnehmer zügig in die Gesprächsrunden, stellten sich gegenseitig vor und brachten Themen aus ihren Bereichen ein. Die Veranstaltung war gut besucht, und die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich erfolgreich zu vernetzen. Zudem gab es ein gutes Frühstück à la carte, das bei allen Anwesenden großen Anklang fand, mit vegetarischen und veganen Optionen wie Bagels und Stullen mit verschiedenen Belägen sowie frischem Obst und weiteren vegan-vegetarischen Alternativen.
Wächtersbach. Der Altstadtförderverein Wächtersbach freute sich sehr, Julia Beiderlinden am 20. Dezember als Referentin beim Stammtisch „mit Charakterköpfen“ begrüßen zu dürfen.
Im Café Tally’s trafen sich Interessierte, die Anteil nahmen an der Weiterentwicklung unserer historischen Fachwerk-Altstädte. Schließlich ist Denkmalpflege am Fachwerkhaus eine komplizierte Angelegenheit. So wurden verschiedene Aspekte besprochen und engagiert diskutiert. In den Mittelpunkt der Debatte geriet die Frage, wann Fachwerk, das in den letzten Jahrzehnten freigelegt wurde, wieder verputzt werden sollte – das besonders mit Blick auf die Kratzhage am Gelnhäuser Untermarkt.
Frau Beiderlinden ist Bauingenieurin und Projektentwicklerin. Zunächst war sie in Frankfurt 21 Jahre lang Bauunternehmerin und danach Referentin für „Neues Bauen“ bei der Stadt Frankfurt am Main.
Ursprünglich stamme sie aus dem Taunus, sei aus privaten Gründen nach Gelnhausen gekommen und hat hier Fuß gefasst. Ihre Leidenschaft ist es, historische Gebäude zu sanieren und damit zukunftsfähig zu machen. In die öffentliche Aufmerksamkeit geriet zunächst ihr Vorhaben, die Wächtersbacher Rentkammer zu sanieren. Hier haben sich die Pläne inzwischen geändert, so dass sie dort außen vor blieb. Nun aber schickt sie sich an, die Kratzhage am Gelnhäuser Untermarkt zusammen mit zwei rückwärtig verbundenen Gebäuden an der Petersiliengasse zu sanieren, genannt der „Petersilienmarkt“. „Warum mache ich das?“ So fragte Frau Beiderlinden in die Runde und gab die Antwort: Sie wolle ein Vorbild sein und den Beweis antreten, dass eine denkmalgerechte Sanierung mit originalen Baustoffen zu bezahlbarem Wohnraum führen kann. So möchte sie nachhaltiges Bauen mit sozialer Verantwortung zusammenführen. Gedacht sei an „alternative Wohnformen“. Eine Machbarkeitsstudie, die das Programm LEADER fördert soll prüfen, ob gemeinschaftliches Wohnen in den drei Kulturdenkmälern organisiert werden kann.
Grundlage ist ein bauhistorisches Gutachten des Landesamts für Denkmalpflege Hessen. Sicher ist: In das mittelalterliche Erdgeschoss der Kratzhage soll wieder Gewerbe einziehen: „In das Erdgeschoss gehört Gewerbe, sonst sterben die Innenstädte“. Hier waren sich die Teilnehmer einig, nicht nur mit Blick auf das aktuelle Malheur in der Gelnhäuser Seestraße.
Frau Beiderlinden möchte ihrer Vorbildwirkung auch dadurch gerecht werden, dass sie die Kosten am Ende offenlegt. Aktuelle Herausforderungen in der Kratzhage seien nicht nur der schlechte Zustand des Fachwerks, sondern auch eine öffentliche Entwässerungsleitung durch das Gebäude, die erst saniert werden musste. Nun ist der Bauantrag eingereicht.
Wichtig war Frau Beiderlinden die Frage, wie die Teilnehmer zu den angedachten „alternativen Wohnformen“ stünden. Dazu ist sicherlich anzumerken, dass einer liebevollen Sanierung eines Baudenkmals auch eine liebevolle, verantwortungsbewusste Nutzung folgen muss.
Der Stammtisch schloss aber auch nahtlos an die Diskussionen an, die der Altstadtförderverein an selber Stelle im Mai führte: In Wächtersbach stehen gerade einige Sanierungsarbeiten an, etwa am Untertor 1. Dort bleibt das Fachwerk selbstverständlich freigelegt. Anders in Gelnhausen: Das Zierfachwerk am Fürstenhof, ein Gebäude an der Ostzeile des Obermarkts und nun die Kratzhage: Das Fachwerk ist bereits oder soll nun verputzt werden. Das Fachwerk am Obermarkt prägt das Stadtbild und ziert immerhin die Titelseite von Daniel Glöckners Stadtführer sowie städtischer Einladungskarten. Immer häufiger hört man als Begründung, diese Fachwerkhäuser seien „früher immer“ verputzt gewesen. Auch Frau Beiderlinden schloss sich dieser Begründung an und zeigte 60 Jahre alte Fotos von verputzten Fachwerkhäusern. Teilnehmer gaben zu bedenken, wenn man das erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts liebevoll freigelegte Fachwerk wieder verputze, sterbe der Charme unserer Fachwerkstädte. Ein historischer Zustand sei nicht immer ein wünschenswerter Zustand. Auch frühere Generationen hätten Fehler gemacht. In der beinahe 800-jährigen Geschichte des Fachwerkbaus gab es zwei große Verputzungswellen: Ab etwa 1650 verputzte man aus Angst vor den absolutistischen Herrschern, führte aber den repräsentativen fränkischen Zierfachwerkbau fort. Im Klassizismus um 1800 verputzte man aus Scham – Fachwerk war aus der Mode geraten. Gleichwohl führte man auch damals den unverputzten Funktionsfachwerkbau fort. Es wurde davor gewarnt, nun in eine dritte Verputzungswelle des 21. Jahrhunderts zu verfallen. Energetische Sanierungs- und Brandschutzargumente können hierfür nicht herangezogen werden – darüber bestand Einvernehmen. Frau Beiderlinden wurde gebeten, nicht auf ahistorische Argumente zu vertrauen, sondern sich die „mächtigen Balken“ (so das Denkmalverzeichnis) der Kratzhage noch einmal daraufhin anzusehen, ob sie nicht eher zur Zierde des Untermarkts dienen.
Frau Beiderlinden verabschiedete sich schließlich aus Wächtersbach – zwar von den leidenschaftlichen Diskussionen überrascht, aber doch bestätigt in ihrer Sanierungstätigkeit.
Der nächste Stammtisch findet am 24. Januar, um 15 Uhr, wieder im Café Tally´s statt. Mit Jan Volkmann als Gast wird das Thema die Parkplatzsituation in der Altstadt und die Stadtentwicklung im Allgemeinen sein. Alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen.
Wächtersbach. Die AWO Wächtersbach ist mittlerweile bekannt dafür, dass sie insbesondere Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, Lichtblicke schenkt. Darüber hinaus ist es ihr auch ein Bedürfnis, sich für Kinder, und in diesem Fall für Kinder der Grundschule Kinderbrücke in Wächtersbach, einzusetzen.
Nicht jedes Kind, das sich in einer Schulausbildung befindet, ist in der Lage, sich den Ausführungen der Lehrer mit voller Konzentration zu widmen. Kinder mit Konzentrationsstörungen sind leicht ablenkbar und versäumen oftmals einen Großteil des Unterichtsstoffes, sodass sie schnell den Anschluss verlieren.
Als die AWO Wächtersbach die Leiterin der Grundschule Kinderbrücke, Marion Fix befragte, wie man diesem Konzentrationsmangel wirkungsvoll begegnen könnte, empfahl diese die Anschaffung von sogenannten Lernbüros. Diese seien ein probates Mittel, um diesem Manko erfolgreich zu begegnen. Da sie bisher nur über eine geringe Anzahl von Lernbüros verfüge, teilte sie dem Ersten Vorsitzenden der AWO Wächtersbach, Norbert Döppenschmitt mit, dass eine Auffüllung des bestehenden Bedarfs sinnvoll wäre.
Eine weitere sinnvolle Anschaffung sah sie in dem Kauf von großen Legobausteinen, die von Kindern sehr gerne genutzt würden. Insbesondere beim Ausfall von Schulstunden oder bei regnerischem Wetter werden Legogroßbausteine gerne beansprucht. Sie fördern die Konzentration und den Ideenreichtum und kommen somit den Kindern zu Gute.
„Wir sind sehr froh, dass die AWO Wächtersbach den Grundschulkindern mit der Spende behilflich sein konnte, deren Lern- und Konzentrationspotenzial zu verbessern bzw. zu erweitern. Dies fördert deren Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein und trägt zudem dazu bei, das Lernvermögen zu verbessern und somit bessere Schulnoten zu erzielen, was im Hinblick auf deren weiteren Lebensweg von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist“, sind sich Norbert Döppenschmitt und dessen Stellvertreterin, Lydia Gerwes, einig. Denn Schülern, das wissen beide, gehört die Zukunft.
Die Grundschulleiterin Marion Fix bedankte sich dann auch bei der AWO Wächtersbach für die großzügige Spende. „Wenn man die AWO Wächtersbach braucht, ist sie da“, zog sie im Sinne der Kinder ein zufriedenes Fazit.
Waldensberg. Im Dezember verwandelten die Laienspiele Waldensberg e.V. ihre Bühne im Dorfgemeinschaftshaus in eine farbenfrohe Fabelwelt. In sechs liebevoll gestalteten Szenen konnten große und kleine Zuschauerinnen und Zuschauer miterleben, wie Kobold Mai und ihre tierische Freundin Feli Fledermaus spannende Abenteuer bestanden.
Jede Szene war voller kleiner Überraschungen, Humor und Magie – ein echtes Vergnügen für Kinder und Erwachsene. Die jungen Darstellerinnen und Darsteller glänzten mit Spielfreude und Mut, während Kostüme, Masken und Bühnenbilder die Fantasiewelt eindrucksvoll zum Leben erweckten.
Zwei Aufführungen im Dezember – eine für Familien und eine für Seniorinnen und Senioren – begeisterten das Publikum. Die Vorstellung für die Seniorinnen und Senioren entstand in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde, die sich liebevoll um Kaffee und Kuchen kümmerte. Eingeladen waren neben den Seniorinnen und Senioren aus den vier Dörfern der Kirchengemeinde auch die Bewohner des APZ.
Herzlicher Applaus belohnte die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler und machte deutlich, wie ansteckend Fantasie, Engagement und Spielfreude sein können. Am Ende zeigte sich einmal mehr: Theater kann für Kinder ein Ort voller Magie, Kreativität und stolzer Momente sein – und ein Publikum jeden Alters verzaubern.
Der Verein dankt allen, die das Projekt in diesem Jahr unterstützend begleitet haben, von Herzen, und freut sich schon auf die kommende Spielzeit der Erwachsenen. Erste Proben hierfür haben bereits begonnen und gehen Mitte Januar in die heiße Phase. Die Aufführungen für „Mord. Mord. Dorf.“ sind für den 14. und 21. März geplant. Weitere Informationen werden über die Presse bekanntgegeben.