In der Wetterau bei den Kelten, Staufern und süßen Früchtchen

Wächtersbach. Der Obst- und Gartenbauverein von Wächtersbach (OGV) war am 6. Juni bei gutem Wetter zu einer Lehrfahrt in die Wetterau gestartet. Mit 50 Teilnehmer ging die Fahrt zuerst nach Münzenberg zur Stauferburg. Diese wurde Mitte des 12. Jahrhunderts von Kuno von Hagen-Arnsburg auf einemBasaltkegel errichtet. Als Vertreter von Kaiser Barbarrosa sicherte Kuno von Münzenberg, wie er sich nun nannte, das Reich des Adelsgeschlechts der Staufer ab. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört und ist nun ein beliebtes Ausflugsziel der Romanik. Die Münzenburg zählt heute zu den bedeutendsten Burganlagen in Deutschland.

Von der Burgruine war es nicht weit bis zu den Wetterauer Früchtchen, einer großen Landwirtschaft. Hier konnte der Hof unter fachkundiger Leitung besichtigt werden. Der Hof von etwa 330 Hektar wird von 50 bis 300 Mitarbeitern bewirtschaftet und als Familienbetrieb von der Familie Reuhl in der dritten Generation geführt. Der Hof wird sehr nachhaltig geführt. Dabei werden Schädlinge möglichst natürlich bekämpft. Das Regenwasser vom Hof wird aufgefangen, aufbereitet und mit einer computergesteuerten Anlage zur Bewässerung eingesetzt. Fotovoltaik deckt einen großen Teil der Energieversorgung. Angebaut werden Äpfel, Erdbeeren, Brom- und Himbeeren, Kirschen, Trauben und Spargel. Ein Großteil der Ernte wird über Verkaufsstände, den Hofladen und das Hofcafe vermarktet. Was nicht abgesetzt werden kann, wird auf dem Hof zu Marmelade, Saft oder Eis weiterverarbeitet.

Hier wurde dann auch das Mittagessen eingenommen. Angeboten wurde ein Büfett mit frischen Zutaten vom Hof bzw. benachbarten Landwirten, es war sehr lecker. Nach einem Bummel im Hofladen ging es mit dem Bus weiter zum nächsten Ziel – der Keltenwelt am Glauberg.

Auf dem Glauberg angekommen waren alle von der tollen Aussicht überwältigt. Schon die Kelten wussten wo man gut leben kann!

In zwei Gruppen aufgeteilt nahmen sie an einer Führung durch das Keltenmuseum teil. Hier konnten Grabbeigaben und der Sandsteintorso vom Keltenfürsten besichtigt werden. Leider hatten die Kelten keine eigene Schrift und vieles ist daher nicht überliefert und kann nicht geklärt werden, aber über die Ausgrabungen und Funde weiß man, dass es Handelsbeziehungen bis nach Italien zu den Etruskern gegeben haben muss. Am Glauberg siedelten die Kelten von 500 vor Christus bis 1000 nach Christus. Die Siedlung am Glauberg konnte leider nicht besichtigt werden, dazu hat es zeitlich nicht gereicht.

Als Abschluss der Lehrfahrt gab es noch leckeren Kaffee und Kuchen bevor es wieder nach Hause ging. Der Bus brachte die Gruppe wohlbehalten und super pünktlich nach Hause. Die Teilnehmer bedankten sich beim Vorsitzenden Heinz Schauberger für die gute Organisation der Lehrfahrt.