„Stammtisch mit Charakterköpfen“ des Altstadtfördervereins mit Daniela Ries - „Neue Nutzungen zulassen“

riesWächtersbach. Die Altstädte haben sich schon immer verändert, und es ist auch gut, wenn man Nutzungsänderungen zulässt. Dieser These ging der Altstadtförderverein Wächtersbach beim „Stammtisch mit Charakterköpfen“ in Daniel Ries‘ Atelier „Kreatives Chaos aus und mit Ton“ im Untertor nach. Die Eröffnung ihrer Töpferwerkstatt wurde unter anderem möglich, weil ihr Vorhaben beim Vermieter auf offene Ohren stieß.

Enesa Aumüller, Vorsitzende des Altstadtfördervereins, sieht bei Nutzungsänderungen neue Chancen für die Altstadtentwicklung. Das Brautmodengeschäft in der Bachstraße sei vor ein paar Jahren in die Räumlichkeiten vom Altstadtladen gezogen, nachdem der Altstadtladen in die größeren Räume des ehemaligen Schreibwarengeschäfts gezogen sei. Daniela Ries schilderte, dass sie seit dem Jahr 2019 in der Altstadt wohne. Das Besondere sei, dass hier jeder jeden kenne. Sie habe schon früher getöpfert und suchte eine kleine Werkstatt in der sie töpfern wollte. Dann habe Eberhard Wetzel einen Nachfolger für die Laden-WG im Untertor gesucht. Sie habe zunächst Bedenken gehabt, da der Raum für ihr Vorhaben zu groß und außerdem zu dunkel gewesen sei. Doch dann habe sie viel Potenzial darin gesehen und fünf Monate renoviert. Jetzt bietet sie Töpferkurse für kleine Gruppen und Kindergeburtstage an, die hier in der Altstadt sehr gut angenommen werden. „Die Herzlichkeit, das außen herum, das ist für mich Altstadt“, lobt sie die Atmosphäre. „es war genau das Richtige“, bereut Daniela Ries ihre Entscheidung nicht. Inzwischen verkaufe sie auf Kommission auch Kunsthandwerk und Geschenkideen von anderen Künstlern in ihrem Atelier.

Enesa Aumüller sagte, dass sich das Atelier zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt habe, weil man hier in den Altstadtgeschäften nicht einfach nur Einkäufe tätige, sondern auch noch ein Schwätzchen halte. Eberhard Wetzel lobte, dass hier mit Engagement etwas für die Altstadt entstanden sei. „So funktioniert das.“ Es gebe in der Altstadt noch weitere Räume, aus denen man etwas machen könne. Aumüller nannte als ein weiteres Beispiel für eine gelungene Nutzungsänderung den „Meister-Bäcker“, der im ehemaligen Geschäft „Volkers Jeans“ eine Backwarenfiliale mit Café eröffnete. Frank Hilliger bedauerte, dass beispielsweise in der Poststraße viele Geschäfte zurück gebaut worden seien. Enesa Aumüller dagegen befürwortet den Rückbau mancher Geschäfte zu Wohnraum, da gerade in der Kernstadt die Nachfrage nach Wohnraum stetig steige und mit zunehmendem Wohnraumangebot würde auch der Bedarf an neuen Geschäften wieder steigen. Im Laufe der Diskussion wurden Vorschläge gemacht, wie man die Altstadt attraktiver machen könne.  Mehr Blumenkästen würden die Attraktivität unserer Altstadt erhöhen und die Aufenthaltsqualität steigern, und auch die Idee wurde ins Spiel gebracht, dass man die Einbahnstraßenregelung umkehren könne. Die Zufahrt wäre dann über den Aßmusgarten, wo auch neue Parkplätze entstehen sollen, und die Ausfahrt über das Untertor in Richtung Lindenplatz.